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Aus meinem Leben als Schweizer in Thailand.

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Samstag, 13. September 2014

San Phra Phum - Geisterhaus Einweihung in Ban Krut

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Das Alte war nicht mehr so schön und erfüllte eine wichtige Bedingung nicht mehr. Ein Geisterhaus in Thailand muss attraktiver sein als das Wohnhaus.


San Phra Phum Ban-Krut
Kurzerhand wurde am bisherigen Standort ein neuer Sockel errichtet, das Häuschen gekauft. Ein Geisterhaus kann nicht irgendwo, oder wo es optisch ideal passt, hingestellt werden. Der Ort darf nicht von Schatten des richtigen Hauses getroffen werden und es muss davor stehen.

San Phra Phum in Ban-Krut
Für Thais perfekter Standort beim Eingang, der Farang hätt's gerne nicht so dominant. 
Der Mor San, der "Doktor für Schreine" bestimmte anschliessend den idealen Zeitpunkt der Einweihungsfeier. Nach Konsultation der Gestirne und verschiedenen Ritualen war er sicher, der 11. September passt.

Nan, die umtriebige Managerin der Anlage liess sich nicht lumpen. Neben Lars, dem schwedischen Mitbesitzer von Suan Waree, lud sie Nachbarn und gute Freunde zur Feier ein.

San Phra Phum Ban-Krut
Vor dem Gebet. Was wohl der alte Grieche und Jesus beim Nachtessen davon halten?
Vom Wat Thang Sai organisierte sie 9 Mönche, welche die Zeremonie mit Gebeten begleiteten und das Wohnhaus frisch segneten.


Mönch Ban-Krut
Der Mor San bereitet vor. Der Faden in den Händen wird vom Geisterhaus ins Haus gezogen.
Er betet ganz inbrünstig. Hat seine Zivilkleidung für einige Wochen abgelegt.
Als Dank erhalten sie ein opulentes Menu gereicht, über die Reste machen sich dann später die Gäste her. Gut, das buddhistische Mönche nach 12 Uhr nicht mehr essen dürfen. So reicht's auch für's gemeine Volk zum Mittagessen.
  
Mönche Thailand
Der grosse Schmaus zum Festtag. Auch Pepsi gibt's nicht jeden Tag.
Geisterhäuser wurden von Europäern erstmals im 19. Jahrhundert in einem Reisebuch erwähnt. In Ayutthaya, der früheren Hauptstadt, welche 1767 von den Burmesen niedergebrannt wurde, finden sich noch heute Überreste von Miniatur Tempeln und - Palästen.

Mönche Thailand
Geschenke werden verteilt. Eimer mit Alltagsdingen, Kistchen mit Medikamenten.
Mönche Ban-Krut
So ein Ärger, schon wieder die Medibox.
Der Glauben an Geister, Phi, wie Thais sie nennen, stammt aus vor-buddhistischer Zeit und war Teil der Religion der damaligen Herrscher Thailands, der Karen und Mon, die später vom aus Südchina einwandernden Thai Volk in die Berge im Norden verdrängt wurden.


Auch Ann betet schön mit. Schöner Kontrast zur Zeremonie im Hintergrund:
Salvador Dali Traum verursacht durch...
Dalis "Traum, verursacht durch den Flug einer Biene um einen Granatapfel, eine Sekunde vor dem Aufwachen" im Riesenformat.
Der Buddhismus hat, wie andere Glaubensrichtungen dies mit angestammten Bräuchen im neuen Verbreitungsgebieten getan haben, die Geister ins Repertoire mit aufgenommen.

San Phra Phum Ban-Krut
Gaben für gutes Gelingen und viel Glück beim Wohnen.
Phra Phum sind eine Gruppe von Geistern, das Wort Phum bedeutet auf Sanskrit und Pali Erde. Phra heisst ehrenvoll. Die Namen der Geister scheinen aus Indien zu stammen. Der bekannteste ist Chaiyamonkohn, der Beschützer von Häusern und entsprechend Bewohner der Geisterhäuser. Figuren neben den Häusern stellen Ahnen dar oder dienen dem Phi als Tänzer. 

Segen für ein Haus in Thailand
Zum Schluss wird das Wohnhaus gesegnet..

Wai in Thailand
..und sich artig bedankt.

Wir haben keins. Meine Frau meint, das braucht zuviel Pflege. Täglich Speis und Trank, zu besonderen Gelegenheiten auch mal Lao Khao, Reisschnaps. Wer macht das, wenn wir nicht zu Hause sind? Die Geister, meint sie, sind nur wohlgesinnt, wenn sie erhalten was sie brauchen.


Lao Khao
Reisschnaps gab's auch. Diesmal weder für die Mönche noch die Geister.
Aber eins muss ich überdenken. Wenn ich zur Toilette muss, sage ich gerne, ich geh' Phi Phi Island. Gehe ich jetzt zur Trauminsel oder zu den Geistern?


Dienstag, 2. September 2014

Bauboom in Ban Krut

Kommentare :
Spätestens seit im September 2011 ein 7-Eleven in Ban Krut öffnete war klar, dass in unserem schönen, beschaulichen Zuhause was geht. Gerade in den letzten Monaten hat die Bautätigkeit in Ban Krut enorm zugenommen, ein eigentlicher Bauboom ist entstanden.

Schilder wie dieses begegnen einem auf der Fahrt rund um Ban Krut auf Schritt und Tritt.
Noch gibt es Gott, oder Buddha, sei Dank keine Reihen mit Sonnenschirmen und Liegen am Strand und selbst in der Farang Hochsaison im europäischen Winter sieht's aus wie in Mallorca im November aus. 

Nicht wenige der Langzeiturlauber, die seit Jahren über die Wintermonate hierher kommen oder Leute wie ich, die hier leben, schätzen gerade deshalb die entspannte Atmosphäre des kleinen Badeferienortes. Für Phuket Urlauber wohl die pure Langweile, so ganz ohne Nightlife und Einkaufsmeilen.


Die 400km bleiben

Und, um beim Positiven zu bleiben, Ban Krut liegt nach wie vor 400km von Bangkok entfernt. Bus und Bahn brauchen 6 Stunden den Golf von Thailand runter und Flugzeuge sieht man nur weit oben im Himmel. Daran wird sich auch nicht so schnell was ändern. Bis die neue, 2-gleisige Zugverbindung dann in Betrieb ist, werden noch einige Jahre ins Land des Lächelns ziehen.

Donnerstag, 21. August 2014

Flip Flops - mehr brauchen Füsse nicht in Thailand

1 Kommentar :

Was habe ich mich in meinem früheren Leben jeden Tag genervt, wenn ich morgens früh, neben all den Kleidern, wieder Socken und Schuhe anziehen musste. Und wie genoss ich es zuhause, auch im Winter, nur barfuss zu sein und an den wenigen wirklichen Sommertagen draussen nur in Flip Flops zu schlüpfen.
Flip Flops, mehr Schuh braucht's in Thailand nicht.
Mehr Schuh braucht's nicht, auch wenn der Wat zur Eröffnungsfeier noch im Bau ist. Und drinnen selbstverständlich barfuss.
Ich erinnere mich gut an die Verkäuferin der Pronto Tankstelle in Weinfelden, wie sich mich an einem Schnee verhangenen Sonntagmorgen bei -2 Grad verdutzt ansah, als ich in kurzen Hosen und Flip Flops die Sonntagszeitung kaufte. Von der Wohnung in die Tiefgarage, ins Auto und zur Tankstelle, da mochte ich nicht auf dieses Freiheitsgefühl verzichten.

Apropos Autofahren. Selbstverständlich nie mit Flip Flops, die ziehe ich vor dem Gas Geben aus und fahre barfuss. Auch hier in Thailand. Es soll ja Leute geben, die barfuss Fahren für gefährlich halten. Ich hatte noch nie dieses Gefühl. Und scheint mir doch sicherer, als in klobigen Wintertretern oder mit High Heels.

Aus Erfahrung werden Flip Flops

Aber alles braucht seine Zeit. Als ich vor bald 20 Jahren zum ersten Mal für einen längeren Urlaub nach Thailand reiste, waren nicht nur meine Füsse eher expeditionsmässig ausgerüstet. Schliesslich ging es mit gemietetem Allrad Pick Up auf eine Reise in den Dschungel des Goldenen Dreiecks. Meine damalige Partnerin schaut nur tief an mir runter und meinte: "Das wird aber mühsam."

Manchmal schwierig, seine Flip Flops wieder zu finden.
Manchmal wird's schwierig, seine Flip Flops wieder zu finden.
War es. In jedem Wat, auf dem Land auch oft in besseren Geschäften, mussten die Schuhe weg. Aufschnürren, rausziehen, feiner Duft der nassen Socken, wieder rein, zuschnürren. In Mae Hong Song hatte ich die Nase nicht nur vom Gestank voll. Und kaufte mir ein Paar Flip Flops.

Bald hatte ich mich ans Gehen mit einem String zwischen den Zehen gewöhnt. Und mochte nicht mehr tauschen. 

Jetzt nahm ich es auch wahr. Ausserhalb grosser Städte sieht man nur Leute mit Flip Flops. Nur Polizisten und bessere Angestellte waren in geschlossenen Schuhen unterwegs, die Schulkinder in ihren Uniformen. 

Fürs bespritzt und beschmiert werden genügen auch zu Songkran Flip Flops
An Songkran geht die Action besser barfuss. Fürs bespritzt und beschmiert werden genügen Flip Flops.

Am Freitag im Hawaii Hemd

Apropos Uniform, Gemeinde- und Verwaltungsangestellte in Thailand, ist schon besonders, müssen jeden Tag andere Kleidung tragen. Am Montag muss das Oberteil gelb sein, da der König an einem Montag geboren wurde, und die Farbe des Montags gelb ist. Deshalb ist übrigens auch die Flagge des Königs gelb. An einem anderen Tag ist generalstabsmässige Uniform dran und am Freitag feiern alle im Hawaii Hemd den letzten Arbeitstag der Woche.

Meine Frau hatte einen Frisörsalon im Hauptquartier der Armee in Bangkok. Also musste auch sie sich der Uniformpflicht entsprechend kleiden. Den generalstabsmässigen Auftritt mal ausgelassen. Noch heute hängen in ihrem alten Kleiderkasten auffallend viele gelbe und bunte Blusen.

Aber zurück zu den Flip Flops. Irgendwie scheint es auch für Handwerker und Bauern Flip Flop Pflicht zu geben. Nur wenn's mal richtig schwierig wird, beispielsweise auf einem Gerüst hantiert werden muss, kommen sie weg. Dann wird barfuss gearbeitet.
Schreiner bei der Arbeit in Flip Flops
Schreiner bei der Arbeit. Auch in Flip Flops zu bewältigen.
Geht auch gut in Socken, wie Frauen zeigen, welchen ihren weissen Teint bis über die Füsse halten wollen. Ohne Socken stören höchstens die GT-Streifen, die sich mit der Zeit unter den Striemen bilden.

Und richtige Schuhe trage ich nur noch, wenn's auf Behördengänge geht oder wir in Bangkok unterwegs sind.