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Aus meinem Leben als Schweizer in Thailand.

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Samstag, 13. September 2014

San Phra Phum - Geisterhaus Einweihung in Ban Krut

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Das Alte war nicht mehr so schön und erfüllte eine wichtige Bedingung nicht mehr. Ein Geisterhaus in Thailand muss attraktiver sein als das Wohnhaus.


San Phra Phum Ban-Krut
Kurzerhand wurde am bisherigen Standort ein neuer Sockel errichtet, das Häuschen gekauft. Ein Geisterhaus kann nicht irgendwo, oder wo es optisch ideal passt, hingestellt werden. Der Ort darf nicht von Schatten des richtigen Hauses getroffen werden und es muss davor stehen.

San Phra Phum in Ban-Krut
Für Thais perfekter Standort beim Eingang, der Farang hätt's gerne nicht so dominant. 
Der Mor San, der "Doktor für Schreine" bestimmte anschliessend den idealen Zeitpunkt der Einweihungsfeier. Nach Konsultation der Gestirne und verschiedenen Ritualen war er sicher, der 11. September passt.

Nan, die umtriebige Managerin der Anlage liess sich nicht lumpen. Neben Lars, dem schwedischen Mitbesitzer von Suan Waree, lud sie Nachbarn und gute Freunde zur Feier ein.

San Phra Phum Ban-Krut
Vor dem Gebet. Was wohl der alte Grieche und Jesus beim Nachtessen davon halten?
Vom Wat Thang Sai organisierte sie 9 Mönche, welche die Zeremonie mit Gebeten begleiteten und das Wohnhaus frisch segneten.


Mönch Ban-Krut
Der Mor San bereitet vor. Der Faden in den Händen wird vom Geisterhaus ins Haus gezogen.
Er betet ganz inbrünstig. Hat seine Zivilkleidung für einige Wochen abgelegt.
Als Dank erhalten sie ein opulentes Menu gereicht, über die Reste machen sich dann später die Gäste her. Gut, das buddhistische Mönche nach 12 Uhr nicht mehr essen dürfen. So reicht's auch für's gemeine Volk zum Mittagessen.
  
Mönche Thailand
Der grosse Schmaus zum Festtag. Auch Pepsi gibt's nicht jeden Tag.
Geisterhäuser wurden von Europäern erstmals im 19. Jahrhundert in einem Reisebuch erwähnt. In Ayutthaya, der früheren Hauptstadt, welche 1767 von den Burmesen niedergebrannt wurde, finden sich noch heute Überreste von Miniatur Tempeln und - Palästen.

Mönche Thailand
Geschenke werden verteilt. Eimer mit Alltagsdingen, Kistchen mit Medikamenten.
Mönche Ban-Krut
So ein Ärger, schon wieder die Medibox.
Der Glauben an Geister, Phi, wie Thais sie nennen, stammt aus vor-buddhistischer Zeit und war Teil der Religion der damaligen Herrscher Thailands, der Karen und Mon, die später vom aus Südchina einwandernden Thai Volk in die Berge im Norden verdrängt wurden.


Auch Ann betet schön mit. Schöner Kontrast zur Zeremonie im Hintergrund:
Salvador Dali Traum verursacht durch...
Dalis "Traum, verursacht durch den Flug einer Biene um einen Granatapfel, eine Sekunde vor dem Aufwachen" im Riesenformat.
Der Buddhismus hat, wie andere Glaubensrichtungen dies mit angestammten Bräuchen im neuen Verbreitungsgebieten getan haben, die Geister ins Repertoire mit aufgenommen.

San Phra Phum Ban-Krut
Gaben für gutes Gelingen und viel Glück beim Wohnen.
Phra Phum sind eine Gruppe von Geistern, das Wort Phum bedeutet auf Sanskrit und Pali Erde. Phra heisst ehrenvoll. Die Namen der Geister scheinen aus Indien zu stammen. Der bekannteste ist Chaiyamonkohn, der Beschützer von Häusern und entsprechend Bewohner der Geisterhäuser. Figuren neben den Häusern stellen Ahnen dar oder dienen dem Phi als Tänzer. 

Segen für ein Haus in Thailand
Zum Schluss wird das Wohnhaus gesegnet..

Wai in Thailand
..und sich artig bedankt.

Wir haben keins. Meine Frau meint, das braucht zuviel Pflege. Täglich Speis und Trank, zu besonderen Gelegenheiten auch mal Lao Khao, Reisschnaps. Wer macht das, wenn wir nicht zu Hause sind? Die Geister, meint sie, sind nur wohlgesinnt, wenn sie erhalten was sie brauchen.


Lao Khao
Reisschnaps gab's auch. Diesmal weder für die Mönche noch die Geister.
Aber eins muss ich überdenken. Wenn ich zur Toilette muss, sage ich gerne, ich geh' Phi Phi Island. Gehe ich jetzt zur Trauminsel oder zu den Geistern?


Donnerstag, 21. August 2014

Flip Flops - mehr brauchen Füsse nicht in Thailand

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Was habe ich mich in meinem früheren Leben jeden Tag genervt, wenn ich morgens früh, neben all den Kleidern, wieder Socken und Schuhe anziehen musste. Und wie genoss ich es zuhause, auch im Winter, nur barfuss zu sein und an den wenigen wirklichen Sommertagen draussen nur in Flip Flops zu schlüpfen.
Flip Flops, mehr Schuh braucht's in Thailand nicht.
Mehr Schuh braucht's nicht, auch wenn der Wat zur Eröffnungsfeier noch im Bau ist. Und drinnen selbstverständlich barfuss.
Ich erinnere mich gut an die Verkäuferin der Pronto Tankstelle in Weinfelden, wie sich mich an einem Schnee verhangenen Sonntagmorgen bei -2 Grad verdutzt ansah, als ich in kurzen Hosen und Flip Flops die Sonntagszeitung kaufte. Von der Wohnung in die Tiefgarage, ins Auto und zur Tankstelle, da mochte ich nicht auf dieses Freiheitsgefühl verzichten.

Apropos Autofahren. Selbstverständlich nie mit Flip Flops, die ziehe ich vor dem Gas Geben aus und fahre barfuss. Auch hier in Thailand. Es soll ja Leute geben, die barfuss Fahren für gefährlich halten. Ich hatte noch nie dieses Gefühl. Und scheint mir doch sicherer, als in klobigen Wintertretern oder mit High Heels.

Aus Erfahrung werden Flip Flops

Aber alles braucht seine Zeit. Als ich vor bald 20 Jahren zum ersten Mal für einen längeren Urlaub nach Thailand reiste, waren nicht nur meine Füsse eher expeditionsmässig ausgerüstet. Schliesslich ging es mit gemietetem Allrad Pick Up auf eine Reise in den Dschungel des Goldenen Dreiecks. Meine damalige Partnerin schaut nur tief an mir runter und meinte: "Das wird aber mühsam."

Manchmal schwierig, seine Flip Flops wieder zu finden.
Manchmal wird's schwierig, seine Flip Flops wieder zu finden.
War es. In jedem Wat, auf dem Land auch oft in besseren Geschäften, mussten die Schuhe weg. Aufschnürren, rausziehen, feiner Duft der nassen Socken, wieder rein, zuschnürren. In Mae Hong Song hatte ich die Nase nicht nur vom Gestank voll. Und kaufte mir ein Paar Flip Flops.

Bald hatte ich mich ans Gehen mit einem String zwischen den Zehen gewöhnt. Und mochte nicht mehr tauschen. 

Jetzt nahm ich es auch wahr. Ausserhalb grosser Städte sieht man nur Leute mit Flip Flops. Nur Polizisten und bessere Angestellte waren in geschlossenen Schuhen unterwegs, die Schulkinder in ihren Uniformen. 

Fürs bespritzt und beschmiert werden genügen auch zu Songkran Flip Flops
An Songkran geht die Action besser barfuss. Fürs bespritzt und beschmiert werden genügen Flip Flops.

Am Freitag im Hawaii Hemd

Apropos Uniform, Gemeinde- und Verwaltungsangestellte in Thailand, ist schon besonders, müssen jeden Tag andere Kleidung tragen. Am Montag muss das Oberteil gelb sein, da der König an einem Montag geboren wurde, und die Farbe des Montags gelb ist. Deshalb ist übrigens auch die Flagge des Königs gelb. An einem anderen Tag ist generalstabsmässige Uniform dran und am Freitag feiern alle im Hawaii Hemd den letzten Arbeitstag der Woche.

Meine Frau hatte einen Frisörsalon im Hauptquartier der Armee in Bangkok. Also musste auch sie sich der Uniformpflicht entsprechend kleiden. Den generalstabsmässigen Auftritt mal ausgelassen. Noch heute hängen in ihrem alten Kleiderkasten auffallend viele gelbe und bunte Blusen.

Aber zurück zu den Flip Flops. Irgendwie scheint es auch für Handwerker und Bauern Flip Flop Pflicht zu geben. Nur wenn's mal richtig schwierig wird, beispielsweise auf einem Gerüst hantiert werden muss, kommen sie weg. Dann wird barfuss gearbeitet.
Schreiner bei der Arbeit in Flip Flops
Schreiner bei der Arbeit. Auch in Flip Flops zu bewältigen.
Geht auch gut in Socken, wie Frauen zeigen, welchen ihren weissen Teint bis über die Füsse halten wollen. Ohne Socken stören höchstens die GT-Streifen, die sich mit der Zeit unter den Striemen bilden.

Und richtige Schuhe trage ich nur noch, wenn's auf Behördengänge geht oder wir in Bangkok unterwegs sind.

Samstag, 12. April 2014

Farewell Mae - Abdankung und Beerdigung in Thailand Teil 1

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Eben kam ich von einer Besprechung in mein Büro zurück und checkte mein iPhone auf verpasste Anrufe. Zwei verpasste Anrufe meiner Frau. Rückruftaste. Tief durchatmen. Meine Frau antwortete: "Tee rak, Mae..", dann ein unterdrücktes Weinen. Ich wünschte meiner Frau viel Kraft und sagte, dass ich auf dem Weg nach Hause sei. 
Der ThaiTuri fliegt nicht nur in die Ferien nach Thailand.
Was war geschehen? Meine Frau erhielt den erwarteten Anruf. Ihre Mae (thailändisch für Mutter) war eben gestorben. Das dieser Anruf kommt war gewiss, nur wann eben nicht. Was der Verstand wusste, wollte das Herz meiner Frau nicht wahrhaben und wenn es dann wahr wird, sollte man nicht alleine sein.

Farewell Mae - Abdankung und Beerdigung in Thailand Teil 2

1 Kommentar :
Der Trauerbegleiter kam dazu, die Familie nannte in Ajahn, was eigentlich Lehrer bedeutet. Ein Titel, welcher in Thailand nicht nur an eigentliche Lehrer, sondern an geachtete, gebildete Leute vergeben wird
Der Ajahn checkt, ob die Jungs auch schön brav sitzen.
Er organisiert das Weltliche und Verwaltungstechnische im Namen des Wats und der Mönche, arrangiert und organisiert die Gebete, begleitet die Zeremonien und ist Bindeglied zwischen Trauerfamilie und Wat. In unserem Fall machte er das freiwillig, nebenamtlich und unentgeltlich. Er sieht dies als seine Glaubensaufgabe. Gutes tun des Guten Willen.

Freitag, 3. Mai 2013

Tief sehen ist eine Notwendigkeit und Lächeln eine Sprache in Thailand

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Das erste Mal in Thailand. Ankunft in Bangkok, damals noch am Don Muang Flughafen, und mit dem Taxi ins Hotel. Der Fahrer bemerkte schon bald: „Ah, ihr erstes Mal in Thailand“.
Beeindruckend, nicht nur beim ersten Mal in Thailand: die Skyline von Bangkok.
War ja auch nicht schwierig zu erkennen. Neugierig wie ich alles, was an uns vorbei rauschte, bestaunte. Im Hotel angekommen. Check in. Die Dame an der Rezeption wünschte mir für meinen ersten Aufenthalt in Thailand viel Vergnügen. Ich hatte in meinen Pass den einen oder anderen Stempel, aber noch keinen von Thailand. Ich dachte: gut kombiniert und in einen freundlichen Wunsch umgesetzt.

Abends im Restaurant. Klar bestellte ich etwas Thailändisches. Bestimmt stellte der Kellner fest, dass ich das Essen wohl nur wenig scharf möchte. Ebenfalls klar bestellte ich normal scharf. Auch klar, ich bereute es bereits beim ersten Bissen.

Und es begleitete mich während meines gesamten Aufenthaltes. Die Verkäuferin im Einkaufszentrum, der Lift Boy im Hotel, der Kontrolleur im Sky Train. Alle stellten sie fest: „Ah, ihr erstes Mal in Thailand.“

Ein paar Besuche später wechselte die Frage zu „Sind sie geschäftlich hier?“ Die Bestimmtheit des Kellners änderte sich nicht, nur das ich seine Feststellung bejahte. Reise ich heute nach Thailand, lautet die Frage „Leben sie hier oder kommen sie öfter für länger?“ Die Kellnerin im Restaurant fragt, auch wenn ich auf englisch bestelle: „Ped? Ped nid noi, ka?“ (Scharf? Oder nur ein Bisschen?) Offensichtlich habe ich mein Verhalten geändert.
Pla Kapong Nueng Manao: Ped Maak - Fisch in Zitronensauce schön scharf mit viel Chili und Knoblauch.
Tiefer sehen. Keine übernatürliche Begabung. Eine von Generation zu Generation weitergegebene, seit Geburt geübte tiefe Aufmerksamkeit auf sein gegenüber, das Beachten von kleinen Gesten, feinen Regungen. Man erfährt Dinge, die nie ausgesprochen werden müssen.

In Thailand gehen die Menschen behutsam miteinander um und achten sehr darauf, dass jede Frau und jeder Mann zu jeder Zeit das Gesicht bewahren kann. Ist stets freundlich und zuvorkommend. 

Niemand verliert gerne sein Gesicht

In LOS, dem Land of Smiles, ist das ganz, ganz wichtig, die wichtigste Verhaltensregel. In einem Land, in dem das Kollektiv eine weit aus grössere Bedeutung als das Individuum hat, in dem die Lehre Buddha von über 92% der Bevölkerung als Glaube verstanden und gelebt wird - und wohl noch ein paar Umstände mehr - wird dieses Verhalten seit Generationen vorgelebt und vermittelt.

Buddha lehrt, dass alle Dinge „Leiden“ sind. Ich verstehe das so: Der Mensch begehrt von Natur aus. Nach Nahrung, Wärme, Schutz. Hat er dies, begehrt er nach mehr. Wie im Lied von Hans Dampf. Was er hat, will er nicht. Was er will, hat er nicht.

Nun lehrt Buddha, einfach gesagt, dass Menschen, die nicht mehr Begehren und sich von allen Zwängen befreit haben, Glückseligkeit erreichen. Das erreicht man unter anderem, indem man richtig sieht, richtig hört, richtig fühlt, richtig spricht.

Wird dieser Glaube in einer Gesellschaft gelebt, bemühen sich alle, das eigene wie auch das Gesicht des anderen zu wahren. Richtig hören und richtig fühlen bedingt das Gegenüber richtig wahrnehmen und situativ richtig agieren. Kritik oder Belehrungen sind, wenn überhaupt, im Masse anzubringen.

Sprechen mit Lächeln

Wer das selbst versucht, wird merken, wie schwierig das ist. Nun kommt das Lächeln als Sprache ins Spiel. Das erleichtert ungemein. Der Kassier gibt zu wenig heraus. Man schaut ihn an, lächelt, schaut zum Geld, wieder zu ihm, und lächelt wieder. Weil er richtig fühlt und sieht, bemerkt er den Fehler und gibt den richtigen Betrag mit einer Entschuldigung.

Statt der Kellnerin zu erklären, dass zu einem Rotwein ein Rotweinglas und keine Plastikbecher gehören, trinkt man den Wein lächelnd aus dem Plastikbecher. Wo zu Rotwein Plastikbecher serviert werden, ist es eher unüblich, dass Wein bestellt wird. Man hat das entweder billigend in Kauf genommen oder eben nicht richtig gesehen. Som namm na, selber Schuld. Sagte ich meinen Freunden am Tisch.

Wahrscheinlich von uns animiert, bestellten die Gäste am Nachbartisch ebenfalls eine Flasche Wein. Und erhielten Weingläser dazu. Die netten Kommentare meiner Freunde führten zu fröhlichem Gelächter und bewegte die Kellnerin, uns umgehend ebenfalls Weingläser zu bringen. Die Stimmung konnte nicht besser sein. An diesem Abend schauten wir etwas tiefer als üblich - in die Weingläser.

Wenn man denkt, man habe es begriffen, kommt es vielleicht doch anders. Die Sprache des Lächelns muss gelernt sein. Wann ist einfach, einfach immer - und vor allem dann, wenn es einem eigentlich vergangen ist. Lächelt man trotzdem ist, es nur noch halb so schlimm. Das hilft wirklich, wenigstens mir.
Markt in Thailand: Lächeln ist eine Sprache, welche die Ware noch frischer macht. 


Unser wichtigstes freundliches Signal ist das Lächeln. Mit dieser angeborenen Verhaltensweise sind wir in der Lage, uns mit völlig Unbekannten anzufreunden. Ein Lächeln entwaffnet. Erst kürzlich las ich von einem amerikanischen Sergeanten, der sich plötzlich zwei Vietcong Soldaten gegenüber befand. Sein Gewehr versagte, und da lächelte er, was seine Gegner hemmte. Misstrauen und Angst liessen den angebahnten Kontakt jedoch sofort wieder ersterben. Der Amerikaner lud durch und tötete seine Gegner. (Aus aus dem Buch Liebe und Hass von Irenäus Eibl-Eibesfeldt)

Wie Farang einer Thai erklärt, was ein Tram ist

Wenn und wie eher schwieriger. Als ich das erste Mal mit meiner Frau, nach Zürich ging, fragte ich sie „Weißt du, was ein Tram ist?“ In Thailand gibt keine. Fälschlicherweise lächelte ich, während ich fragte. Das Lächeln übersetzte sie mit: jeder weiss, doch was ein Tram ist. Entsprechend war ihre Antwort „Ja, sicher.“ Der unsichtbare Kommentar von ihr lautete wohl „Keine Ahnung.“

Als wir durchs Stadtzentrum spazierten meinte sie Zürich sei wirklich schön. Nur, dass sehr viele Züge fahren. Beim nächsten Tram das uns entgegen kam fragte ich sie „Weisst du weshalb die Trams hier weiss-blau sind?“ „Weiss-blau ist die Flaggenfarbe der Stadt und des Kantons Zürich.“ Sie fragte mich, wie viele Trams es in dieser Stadt gibt und lächelte. Die Frage war belanglos, meine Frau teilte mir so mit: „Ich weiss, nun was ein Tram ist. Das Lächeln hiess: „Gut reagiert, Ehemann, weiter so.“

Lächle dich selbst an

Lächeln führt dazu, dass das Hirn Endorphine produziert, die körperliche und seelische Schmerzen verringern und das Wohlbefinden steigern. Schau jeden Tag morgens früh in den Spiegel und lächle. Das wirkt und sorgt für einen guten Start in den Tag - auch bei Farangs.



Freitag, 19. April 2013

Gesichter des Songkran in Ban Krut

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Ban Krut ist nicht die Khao San Road in Bangkok, trotzdem weiss man hier, wie gefeiert wird. 4 Tage lang ist die Beach Road nachmittags Ort des nicht so traditionellen Songkran.

Nicht die Streetparade in Zürich: statt DJ Antoine vom Lovemobile Thai Techno vom Pick Up in Ban Krut.
Dicht an dicht parken die Pick Up's voller Partygänger, die Strandstrasse kann nur in eine Richtung befahren werden - sonst hätten die Wasserwerferinnen und Wasserwerfer von beiden Seiten keine Chance, alle mit einer Ladung zu begiessen.

Aber wie war das jetzt mit den Regeln der Regierung?

1. Kaufe oder verkaufe nichts am Strassenrand.
Baby Puder: gab's für 15 Baht
Erstens: auch ohne Songkran undenkbar in Thailand. Zweitens: wie hätte sie sonst Nachschub kaufen können?

2. Stell die Musikanlage im Auto nicht an.
Pick Up als Soundtransporter: 1000 Watt dröhnen aus der Türe.
Songkran findet draussen statt. Wie hätte sie sonst tanzen können?

3. Nimm kein Wasser auf dem Pick Up mit.
Pick Up als Wassertransporter: für das grosse Vergnügen.
Songkran ist doch das Wasserfest. Woher hätte der Kleine sonst das Wasser hernehmen sollen?

4. Bespritze niemanden vom Pick Up aus mit Wasser.
Volle Konzentration: damit's den Richtigen trifft.



















Geht nicht. Die spritzen ja auch von unten auf den Pick Up. 

5. Verwende keine Hochdruck Wasserpistolen.
Ann und Naam: da wird Frau zum Kind.
Definitiv. Nass wird man auch ohne Hochdruck mit Hochdruck.

6. Wirf kein Eis auf andere Leute.
Wenn's auch noch regnet: Eiswasser kühlt richtig ab.
Macht auch niemand. Das Eis wird im Wasser auf dem Pick Up aufgelöst. Damit's die Leute in der Hitze auch gut abkühlt.

7. Verwende kein Baby Puder.
Baby Puder mit Ton und Wasser gemischt: hilft gegen Sonnenbrand.

Geht nicht. Dann wären alle einfach nur nass und kriegen einen Sonnenbrand. 

8. Mach' keine Frauen an.
Miss Songkran aus Ban Krut: 4 Tage im Dauereinsatz.
Machte auch niemand. Die hatten keine Zeit. Aber wenn nicht gerade Songkran ist: weshalb ist denn Thailand die Nummer 1 bei Teenagergeburten? Muss an der guten Aufklärung liegen.

9. Verkaufe keinen Alkohol in den alkoholfreien Zonen.
Die Jungs können auch ohne Sang Som feiern: Hong Thong genügt.
In Ban Krut kein Problem: die gibt es nicht. Nur im 7-11: von Mitternacht - 11 Uhr und von 14 - 17 Uhr. Aber die Leute hier wissen, was gut für sie ist. Wenigstens fast alle. 

10. Trinke keinen Alkohol während des Autofahrens.
Gut gezielt ist halb getroffen: hoffentlich ist noch Wasser drin. Es war.
Dafür blieb kein Zeit. Die mussten auf ihr Wasserwerfer-Kommando auf der Brücke aufpassen.

11. Fahre nicht betrunken Auto oder Motorrad.
Freundlich und zahlreich: die Polizisten sorgten für ungetrübten Wasserspass.
Dafür sorgten er und seien vielen Kollegen. Wenigstens in Ban Krut. 

Wer noch nicht genug hat: mehr Bilder gibt's hier.


Donnerstag, 11. April 2013

Songkran - das Thailändische Neujahrsfest

Keine Kommentare :
Ganz Thailand ist in fiebriger Stimmung. Am 13. April ist Songkran, das traditionelle Thailändische Neujahr nach dem Mondkalender. Auch mein Zuhause Ban Krut putzt sich heraus, um all die Thai Touristen in den ausgebuchten Resorts und Ferienhäusern festgerecht zu empfangen.

Ban Krut Beach: der erste Bus mit Songkran Touristen rollt an.
Typisch Thailand? Früher fand Songkran zur Tag und Nacht Gleiche im Frühjahr zwischen dem 19. und 21. März statt. Weil die Hofastrologen aber die Richtungsänderungen der Erdachse nicht genau verfolgten, rutschte der Termin immer weiter nach hinten bis er der Einfachheit halber beim heutigen, auf den Tag genau festgelegten Termin, stehen blieb.

Songkran wie Weihnachten

Songkran ist der wichtigste Feiertag in Thailand und wie Weihnachten in der westlichen Welt. Firmen und Geschäfte bleiben einige Tage geschlossen, alle besuchen ihre Familien oder machen Ferien am Meer, wie bei uns in Ban Krut.

Der Vermieter von Schwimmreifen freut sich auf's Geschäft. Ein Tag Miete kostet 30 Baht.
Die Wohnquartiere der Hauptstadt von Thailand sind in diesen Tagen sozusagen ausgestorben, da die Meisten der gegen 15 Mio. Einwohner der Metropolregion Bangkok zugewandert sind.

Wasserspritzerei

Die Bilder gehen jedes Jahr um die Welt. Wie sich in der Kao San Road in Bangkok Thais und Touristen gegenseitig aus Maschinenpistolen ähnlichen Wasserwerfern bespritzen. Wie Leute auf Pick Up's, gut gefüllt mit Chang Bier und SangSom Rum, bewaffnet mit Fässern voll von einem Wasser-Puder-Eiswürfel Gemisch Passanten zum Neujahr beglücken. Wofür war denn jetzt die Putzerei?

Säuberung und Erneuerung

Songkran ist die Zeit der Säuberung und Erneuerung. Ban Krut putzt sich heraus für die Touristen, jeder Haushalt in Thailand aber macht aber am 12. April den Jahres-Reinigungstag aus religiösen Gründen.

Der Bürgermeister begrüsst am Ortseingang persönlich. Auf dem Schild rechts steht: Stopp Littering! 
Am frühen Morgen des 13. April besuchen die Gläubigen zum Thambun den Wat. Sie spenden Reis und anderes Essen, dann werden die Buddhas und die Mönche des Tempels mit Wasser begossen. Später werden die älteren Familienmitglieder besucht. Ihnen werden die Hände mit nach Jasmin duftendem Wasser benetzt.

Die Spritzerei hat sich aus den rituellen Waschungen entwickelt - Thais sind bekanntlich immer für ein Fest und Sanuk zu haben.

Die sieben unfallträchtigsten Tage des Jahres

Sanuk wird Opfer getragen. Thailands Regierung bezeichnet die Tage vom 11.-17. April als die Seven Dangerous Days of Songkran. Alleine in dieser Woche ereignen sich über 3000 Unfälle. Hauptgründe sind Trunkenheit und zu schnelles Fahren auf den allgegenwärtigen, kleinen, aber schnellen Motorrädern. Wenn die 5. Flasche Sang Som schon leer ist, wird die Fahrt zum Kauf der 6. gefährlich.

11 Regeln für ein gepflegtes Songkran

Verschiedene Regierungsstellen geben jedes Jahr neue Regeln heraus, hier diejenige von 2013:

1. Kaufe oder verkaufe nichts am Strassenrand.
2. Stell die Musikanlage im Auto nicht an.
3. Nimm kein Wasser auf dem Pick Up mit.
4. Bespritze niemanden vom Pick Up aus mit Wasser.
5. Verwende keine Hochdruck Wasserpistolen.
6. Wirf kein Eis auf andere Leute.
7. Verwende kein Baby Puder.
8. Mach' keine Frauen an.
9. Verkaufe keinen Alkohol in den alkoholfreien Zonen.
10. Trinke keinen Alkohol während des Autofahrens.
11. Fahre nicht betrunken Auto oder Motorrad.

Neujahr im April gibt's nicht nur in Thailand

In allen buddhistisch geprägten Ländern und Regionen wird das Wasserfest gefeiert. In Laos heisst es Bun Pi Mai, in Myanmar Thyngian und in Kambodscha Bonn Chaul Chnam Thmei. Auch die Dai im Süden Chinas feiern ein Fest des Wasserwerfens. In Nepal wie in Sri Lanka wird in diesen Tagen ebenfalls das neue Jahr begrüsst.

Übrigens, erst seit 1941 beginnt das neue Jahr in Thailand amtlich am 1. Januar. 

Nichts für uns - oder doch?

Der ganze Trubel ist nicht so die Sache von Ann und mir, wir mögen's lieber ruhig. Als Brillenträger mag ich das ständige Wasser im Gesicht sowieso nicht wirklich. 

Wir haben deshalb frühzeitig die Reste der Familie aus Bangkok zu uns nach Ban Krut evakuiert. Die Vorräte sind bereits aufgefüllt - wenn die erste Flasche Sang Som leer wird, stehen die Zweite und Dritte bereit - und sind schon heute morgen zum Wat Angsuwan beten gegangen.

Wat Angsuwan bei Ban Krut: für ein glückliches neues Jahr gebetet.
Gut, einmal werden wir uns schon unter die Menge an der Beach Road von Ban Krut mischen - wozu sonst haben wir denn die Wasserpistole mit extra grossem Tank und das Baby Puder gekauft.