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Aus meinem Leben als Schweizer in Thailand.

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Sonntag, 5. Oktober 2014

Short Time in Pattaya - über Beer Bars und die Walking Street

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"Sawadee kah, I am Noi, nice to meet you."
     "Im Peter, nice to meet you too." 
"Where do you come from?" 
     "I am from Nong Prue." 
"No, I dont mean where your hotel is, I mean, where you come from." 
     "I come from Nong Prue, no Hotel." 
"Khun have Ban in Nong Prue? You live here?"
     "Yes, something like that." 
"Are you married?" 
     "Yes."
"Thai or Farang?"
     "I am a Farang."
"No, I mean your wife."
     "Sorry, my wife is Thai, she will pick me up in one hour."
"Short time ist not for you!?"

Ich weiss nie, ob das eine Frage oder eine Feststellung ist und was genau gemeint ist. Immerhin, eine Stunde für ein Bier ist für mich alles andere als eine Short Time.

Pattaya Beer Bar
Beer Bar in Pattaya: auch für Short Time mit nur Bier.
Ich sitze früh abends als einziger Gast in einer dieser hufeisenförmigen Beer Bars. Zwölf wackelige Hocker, ein abgenutzter Billiard Tisch. Auf dem Fernseher läuft irgend ein Premier League Spiel von letzter Woche, aus den überdimensionierten Boxen dröhnt Techno. Einige der Frauen frischen ihr Make Up auf, andere chatten über Line.

Noi muss um die Dreissig sein. Wie alle in der Bar verdient sie ihren Lebensunterhalt nicht mit dem Bier, das sie mir bringt. Schon eher mit Kennenlernen, ein bisschen Schmus, Vier gewinnt oder Billiard Spiel, dann bezahlt der Gast dem Wirt eine Entschädigung für den Arbeitskraftausfall. Der Deal zwischen Gast und ihr bleibt ihre Sache, auch, was sie dann treiben. Ob das Treiben selbst das Ziel ist, bleibt ein Mysterium.

Abertausende dieser Geschichten, lustig und traurig, erschütternd und beglückend, kursieren im Internet. Viele Bücher wurden darüber geschrieben, Filme gemacht. Sie sind das, was Pattaya bekannt gemacht hat.

Man mag darüber und über Sextourismus denken, was und man will. Aber kaum zu glauben, wie bei so vielem in Thailand, wie subtil alles läuft. Man ist mitten drin und merkt es nicht einmal.

Beer Bar Pattaya
Bar Meile in Pattaya: "Du sitzt mitten drin."
Als ich nach einer Reise durch Kambodscha für zwei, drei Tage das erste Mal in Pattaya war und in einer Beer Bar sass, fragte ich meine allwissende Begleitung: „Und wo läuft den nun das, was hier so laufen soll?“ „Du sitzt mitten drin.“

Die eher offenherzige Kleidung der Frauen hatte ich dem Umstand zugezählt, dass es eben eine Bar war, in der ich sass.

Das Image von Central Pattaya und der Walking Street von heute war die Realität der späten Neunziger. Damals gab es wenige Shops, keine hypermodernen Einkaufszentren, nur ein paar Restaurants, dafür umso mehr offene Flächen mit Beer Bars gleich im Dutzend aneinander gereiht. Der Walking Street entlang ein A-GoGo Schuppen nach dem anderen.

Eingang zur Walking Street früher, heute eckig und ohne Bild des Königs.
Sie begann und beginnt am grossen Tor. Walking Street steht neongrell darüber und natürlich war und ist ein Porträt des Königs da. Sein Blick nicht in die berüchtigte Strasse gerichtet. 

Heute sind da viel mehr Geschäfte, Shisha Bars, Discos und Clubs. Mehr von dem, was Paare im Urlaub nicht missen wollen. Die Walking Street der Neunziger entsprach meiner romantisierten Vorstellung eines Vergnügungsviertels von GIs. Die 300 Meter von heute scheinen friedlicher als damals, viel Schlechtes ist verschwunden. Oder unsichtbar geworden, hat sich vielleicht in die Hinterviertel verzogen.

Ich hoffe verschwunden. Was man auch immer von der Vorgehensweise halten mag, Thailand hat in den letzten 15 Jahren vieles getan und das nicht erfolglos. Machte Pattaya auch für normale Touristen wieder zugänglicher und interessanter.

Pattaya Walkingstreet 60er Jahre
Pattaya 1979: Ein Schweizer war schon da.
Dort wo heute ein Hip Hop- oder Houseclub oder beides betrieben wird, war früher eine Live Music Bar. Von diesen gab es früher einige. Oft spielten erstaunlich gute Coverbands, der Sound immer ein paar Dezibel zu laut

In eben einem dieser Houseclubs, früher meine Lieblingsmusikbar, bestellte ich am Tresen ein Bier. Ein Mann drehte sich zu mir um und sagte mit amerikanischen Akzent: "Its my turn." "Sorry, i didn’t saw that youd like to order a drink." 

"I was here a long time before you, a really long time." "What do you like to drink?" bot ich an. Kurze Zeit später erfuhr ich, was dieser ältere Mann meinte, als er sagte er sei lange, sehr lange vor mir hier gewesen. 

1968 Walking Street Pattaya
1968: Blick von der Walking Street auf die Beach Road. Noch ohne Eingangstor.
Ich sass mit einem ehemaligen GI zusammen, der im Vietnamkrieg gedient hatte und seine Rest & Recreation Tage hier verbracht hatte. Der Mann war ein brillanter Erzähler. Erzählte wie es damals in Pattaya war, wo was hier oder eben mehr dort stand.

Wie verrückt Pattaya war, für ihn aber der friedlichste und normalste Ort der Welt. Viele Storys, aber nicht ein Wort von dem, was er in Vietnam erlebt hatte. Als, wenn ihm nur die Zeit, die er hier verbrachte, im Gedächtnis geblieben wäre. Wie viele Soldaten mit Kriegserlebnissen, sie behalten das Unerträgliche für sich. 

„Shit, i had a good time here. I think, Im still alive because i could be here.“ Ab und zu besucht er den Ort, der ihm die gute Zeit gab. Die wohl nur deshalb gut war, weil das, was dazwischen war, weniger gut war. Heute trifft man solche Männer kaum mehr. 

Auch seine Walking Street ist nicht mehr die, die er als junger Mann während des Krieges besucht hatte, nicht einmal mehr der Torbogen über dem Eingang.



Samstag, 20. September 2014

Strandurlaub in Pattaya? Nein, sagt der ThaiTuri und kommt doch ins Träumen

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Wir leben nahe am Meer. Es zu sehen dauert nur ein paar Fahrminuten. Für jemanden wie mich, der das Meer liebt, ein Privileg. Pattaya hat viele Strände. Der Schönste, sagt man, sei Jomtien. Mich faszinieren die Strände und das Meer weniger wegen atemberaubender Schönheit. Strände und Meer in Pattaya haben etwas von mir. Die Schönheit erschliesst sich nicht auf den ersten Blick. Sie will entdeckt werden.

Beach Pattaya
An der Beach Road: Strandleben Downtown Pattaya.
Weil dem so ist: Immer wieder erstaunt mich, wie viele Familien den weiten Weg nach Thailand nehmen und dann ihren Strandurlaub in Pattaya verbringen. Thailand bietet viele wunderschöne, sogar atemberaubende Strände. Palmen umsäumt, weisser Sand, zerklüftet mit Felspanorama, kilometerlang und nichts als Sand. Aber die gibts nicht hier, in Pattaya.

Shoppen, Relaxen und den Bauch voll schlagen passt

Nach einer Rundreise nicht weit weg vom Flughafen ein paar Tage ausruhen, shoppen und gut Essen. Nicht allzu teuer. Dann passt Pattaya. Strandurlaub für 2, 3 Wochen, auch noch mit Familie? Besser nicht, oder nur für erprobte Rimini Urlauber. Dann gibt’s dazu noch ausschweifendes Nachtleben nicht nur für Paare. Und das beginnt schon am Tag. Aber deshalb so weit fliegen?

Pattaya Thailand
Blick von den "Hollywood Hills" auf Pattaya.
Nichts mit weissem Strand, der ins blaue Meer übergeht. Doch es fasziniert mich jedes Mal wieder, wenn ich von der Sukhumvit auf der lange ebenen, später leicht abfallenden Strasse Richtung Meer fahre. Links und rechts ein Gewusel von Gebäuden, Restaurants, Shops, vollgestopfte Strasse, dann plötzlich das Meer.

Man denkt, geradewegs ins Meer zu fahren. Löst man sich lange nicht vom Anblick passiert’s. In der Haarnadel Kurve. Weiter entlang der dreispurigen Beach Road, neben mir Strand und Meer. Nur die Strandpromenade trennt vom schmalen mit Sonnenschirmen übersäten Strand.

Beim Shoppen auf’s Meer blicken. Geht ganz einfach im Central Shopping. Hotelzimmer mit Meerblick sind teuer, Shopping Bummel mit Meerblick gratis. Ausser man kauft was. Aber das ist deutlich günstiger als in der Schweiz.

Im ersten Stock des Massagesalons gleich beim Mike Shopping eine Fussmassage für 200 Baht geniessen und durchs grosse Panoramfenstener auf Strand und Meer gucken, gibt’s was besseres? Ja, einfach zum richtigen Zeitpunkt hin, dann ist der Sonnenuntergang über dem Golf von Thailand mit inklusive.

Pattaya Beach Massage
Thai Massage ist ein Genuss, für manche auch am Strand.
Es gibt sie, die kleinen, ruhigen Restaurants mit frischen Fisch, für mich eher Meeresfrüchte, gleich am Meer. Verträumt wecken sie Nostalgie, sehen aus wie Kolonialzeit. Einfach weit, weit weg von Beach Road und Walking Street, am Ende der Jomtien Beach finden sie sich.

Da kommt selbst der ThaiTuri ins Träumen

Wär' ich Fischer, hätt’ ich ein Haus, sicher von den Gewalten des Meeres, aber so nah wie möglich am Meer. Durchlüftet mit frischer Meeresbrise und kürzestem Arbeitsweg. Wie das einst in Pattaya war, bis in die 60er Jahre. Bevor GI’s, stationiert im nahen Sattahip und U-Tapao für den Krieg in Vietnam, die Bucht für ihre Rest & Recreation Tage entdeckten.
  
In Nakluea, das bedeutet Salzfelder, ich nenn’ es Alt-Pattaya, dem nördlichen Teil der Stadt finden sich diese alten Häuser aus Holz noch. Mit offenen Augen gibt es viel zu entdecken. Wie der Handel funktioniert und es früher gewesen sein muss. 

Gehe ich hier an den Strand, mit einem Drink in der Hand, sehe ich noch Fischer auf ihren Booten, die Körbe voller Fisch. Sie winken mir zu, tragen Sarong oder die typischen Dreiviertelhosen, die Oberkörper durchtrainiert wie es ein durchschnittlicher Mitteleuropäer nur in vielen Stunden Fitnesscenter erreicht.

fisherboat nakluea pattaya
Fischerboot vor Nakluea.
Ich liebe diese Szene, kann immer wieder davon träumen. Von meinem Pattaya in früheren Zeiten. Ich sehe Bilder, aus Büchern entnommen zur Realität geformt und erwecke meine eigene Welt zum Leben.

Der Mittwoch wird zum Strandsonntag

Auch wir geniessen regelmässig sonntäglichen Strandbesuch. Nicht jede Woche und vor allem nicht am Sonntag. Dann wird Pattaya zusätzlich zu allen Farangs von Wochenendausflüglern aus Bangkok überflutet. So machen wir den Mittwoch zum Sonntag.

Gar nicht weit weg von der Stadt, aber für die Touristen doch unerreichbar. Gegen Rayong zu oder etwas eingeschränkt in die andere Richtung. Für mehrere Nächte wählen wir Ko Samet, manchmal Ko Chang. Dort gibt es wirklich schöne Strände und besonders auf Samet das besondere Inselfeeling.

Hidden Bay near Pattaya
Menschenleere Bucht unweit von Pattaya.
Für einen Tagesausflug am Strand bietet sich Ko Larn, die kahle Insel an. Vorgelagert vor Pattaya, nur 2'598 Wellen. Eigentlich 4 Seemeilen. Speedboote sind im Vergleich mit den Fähren wohl etwas teurer, dafür hat man sie für sich. Sie sind viel schneller und dann kommt auch gleich die ganze Familie zu einem Erlebnis.

Beim letzten Besuch war "unsere" Bucht gut besucht, nicht übervoll. Hinter dem Strand gibt’s ein Restaurant, daneben Toiletten und Duschen. Getränke und Essen wird an die Liege serviert. Etwas teurer, aber an einem schönen Ort. Wie in der Schweiz. Auf dem Säntis kostet die Flasche Bier auch mehr als in Frauenfeld im Ochsen.

Gemäss Getränkekarte kostete ein kleines Chang 69 Baht. "Nong kap,  Bia peng maak maak.“ Der Kellner antwortete: "Mai peng, 59 Baht." Das Bier, wie auch alles Folgende, war dann günstiger als auf der Karte. Ein kleiner Vorteil wenn ich mich unter Touristen mische. Oft passiert mir das auch in der Stadt.

String Tanga und Rüschenhöschen, Tipp für Männer

Anders als am Mittelmeer sieht kann man hier die Bademode der letzten 50 Jahr bestaunen. Danke an all die Russen aus Irkutsk, Nowosibirsk und Wladiwostock. Es gibt keine Thais und so ist es opportun sich nach westlichen Massstäben zu badekleiden.

Ich dachte immer, in den 70ern hätte Frau nur Bikini Höschen getragen. Kann sein, denn eine gut aussehende Dame trug ihr Teil von damals. Das Oberteil wie neu, das Höschen ausgebleicht. Aber auch aktuelle Trends, oft von schönen Körpern präsentiert, sind zu sehen. Sexy, manchmal schon zu sehr. Ich weiss noch immer nicht, ob ich String Tangas loben oder verfluchen soll. Es gibt da Bilder in meinem Kopf, die ich nicht haben will.

Noch was für Männer. Möglicherweise verringert sich der Sexappeal im Lauf der Zeit. Unschön, aber nicht wirklich zu verhindern. Als Faustregel gilt, dass sich die Badehosengesamtfläche im Lauf der Zeit vergrössern, nicht verkleinern sollte. Und nicht nur aufgrund des wachsenden Körperumfangs.

Pattaya Sundown
Schöner Blick zum Fenster raus bei der Massage.
Das Meer von einem der Hügel in Südpattaya, ich nenne sie Hollywood Hills, weil nahe der Walking Street und diese Strasse Träume und Albträume produziert wie sie Hollywood verfilmt. Die Strände, wo tagsüber die Touristen liegen. Die Strände, an denen man an Wochenenden die Bangkoker trifft. Noch vieles mehr gibt es zu erzählen.


Wenn ich es mir so überlege, sind Strände und Meer von Pattaya schon eine Reise wert.


Mittwoch, 3. Juli 2013

Dan Singhkon - an der Grenze von Thailand nach Myanmar

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Heute noch ein schöner Ausflug von Ban Krut oder Hua Hin aus, soll morgen in Dan Singhkon nahe bei Prachuap Kiri Khan die Transitroute von und nach Myeik, dem früheren Mergui, am indischen Ozean durchführen und dem Schmuggel ein Ende bereiten.
Infrastruktur schneller als die Politik: seit Jahren reizt der Anblick auf dem Asia Highway unweit von Prachuap Kiri Khan für einen Abstecher nach Myanmar abzubiegen. Nach wie vor endet die Strasse an der Grenze. 

Grenzort an der schmalsten Stelle Thailands

Vom Meer bis zur Grenze sind es Luftlinie nur 15 Kilometer, vom Asia Highway 15 Minuten mit dem Auto. Im 2. Weltkrieg war der Singhkon Pass deshalb einer der Durchgangswege für die Japaner, welche frühmorgens am 8. Dezember 1941 in der nahen Ao Manao in Prachuap Truppen anlandeten und auf kurzem Weg ins damals englische Burma einmarschieren konnten.

Mittwoch, 13. Februar 2013

Letzte T(r)ankstelle vor Myanmar

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Auf der Strasse 1022 von Ban Krut nach Myanmar, dort, wo die geteerte Strasse in Schotterpiste übergeht und nur 5 Kilometer von der Grenze, erwartet Bai in seinem Coffee Shop samstags und sonntags seine Gäste.
Auf dem Rückweg schmeckt ein Oljang Kaffee besonders gut: Bai's Coffee Shop.
Bai kocht Oljang Kaffee.
Bai, ein gut aussehender, freundlicher, älterer Herr und eigentlich Kautschuk-Farmer in der Grenzregion zu Myanmar hat geschäftstüchtig wie viele Thais seine Idee nach dem immer guten (!) Motto "weniger ist mehr" gleich umgesetzt. 

Er bietet nur 2 Getränke an: Oljang, den traditionellen Thai (Eis-)Kaffee und Kai Luak, ein herrlich stärkendes Eiergetränk. Nach einem schweisstreibenden Ausflug an die Grenze zu Myanmar und den Kha On Wasserfall genau das Richtige.