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Aus meinem Leben als Schweizer in Thailand.

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Donnerstag, 19. Mai 2016

Kin khao ahan Thai - Thai Food essen

Kommentare :
Ein kleiner Guide durch den Speisekarten-Dschungel in Thailands Lokalen. Kürzlich hatte mich meine Schwester um eine kleine Bedienungsanleitung für Thai Food gebeten. Eine ihrer Arbeitskolleginnen hatte, nicht zum ersten Mal, Urlaub in Thailand gebucht, doch hatte sie sich noch nie so richtig zurecht gefunden und immer wieder dasselbe bestellt.


Roter Snapper an Curry Sauce
Pla Kapong Prik Gäeng - roter Snapper an roter Curry Sauce, mein Lieblingsgericht.
Die Thai Worte sind geschrieben, wie sie ausgesprochen werden; in deutsch, man sieht die Ausdrücke auch anders geschrieben, dann meist englisch phonetisch oder einfach irgendwie. Ist alles nur in Thai geschrieben und gibt's keine Bilder, einfach so aussprechen wie geschrieben und dann klappt's mit der Bestellung. Irgendwie. Ganz sicher.

Basis

Khao - Reis
Sen - Reisnudeln
Kai - Ei
Pak - Gemüse
Pak salad - Salat
Muu - Schwein
Gai - Huhn
Nüa - Rind
Gung - Crevetten
Plamük - Tintenfisch
Buu - Krebs
Pla - Fisch
Naam - Wasser  
Bia - Bier
Whisky - Schnaps im Allgemeinen und Besonderem, nicht nur Whisky, wie wir's verstehen

Gerichte

Ganz am Anfang steht scharf oder nicht - Farangs ohne Thai- oder Indienerfahrung bestellen am besten mai ped - nicht so scharf - einfach am Ende der Bestellung anmerken. 

Je mehr ein Restaurant auf westliche Touristen ausgerichtet ist, desto weniger scharf sind die Gerichte und es sind auch mal Paprika, die gibt's in Thailand nicht, drin. Faustregel: wenn in der Speisekarte der Schärfegrad von Gerichten mit Chilischoten bezeichnet wird, wird nicht wirklich ursprünglich gekocht. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Wer gerne mageres Fleisch hat, bestellt am besten Gai, also Huhn. Thai haben's gerne durchzogen und lieben es an Knochen zu nagen, das ist dann bei Schwein und Rind häufig auch drin - auch hier gilt meist: je einfacher das Lokal, desto durchzogener.


Das Thai Wort für Curry ist Gäeng. Der Begriff selbst kommt aus Indien, wurde durch die Briten in Europa eingeführt, und hat eigentlich nichts mit dem Gewürz, wie es in auch in der Schweiz bekannt ist zu tun.  Curry, und eben Gäeng in Thailand, steht für ein Gericht. Currypulver ist eine Gewürzmischung, die indischen Masalas nachempfunden ist.

Khutiao luk chin muu/gai/nua - Reisnudelsuppe mit Fleischbällchen, das Frühstück der Thais an sich, passt aber auch sonst immer für den kleinen oder grossen Hunger

Khao Pad - Gebratener Reis, mit Gemüse dazu heisst's Khao Pad Pak, das gibt schon eine schöne kleine Mahlzeit zwischendurch, kann auch mit Fleisch, Crevetten oder Tintenfisch bestellt werden, einfach das Wort entsprechend anhängen

Pad Grapao Gai /Muu/Nüa/Gung - Tellergericht mit Reis, gehacktem Fleisch nach Wahl und thailändischem Basilikum (grapao), das "Ghackte mit Hörnli" Thailands

Kai Dao - Spiegelei, wird häufig zum Pad Grapao oder anderen Tellergerichten dazu bestellt, kommt ungewürzt, in einem wirklichen Thai Lokal gibt es weder Salz noch Pfeffer, zum Würzen wird Fischsauce, Naam Pla, genommen. Häufig steht auf dem Tisch Maggi. Keine Sorge, die thailändische Variante, also die Fischsauce. Und es gibt Touristen, die sie flaschenweise nach Hause mitbringen.

Pad Thai -  Nudelgericht mit Reisbannudeln, verquirlten Eiern, gehackten Erdnüssen, Soyasprossen und Gewürzen,  Fleisch nach Wahl (siehe Pad grapao). Zusätzlich mit den auf dem Tisch stehenden vier Gewürzen verfeinern und mischen - auch ein Klassiker der Thai Küche

Pad Siu - Breite Reisnudeln mit Kalee, manchmal Brokkoli, Karotten und anderen Gemüsen. Würzen wie Pad Thai, Fleisch oder Seafood nach Belieben - ich mag am liebsten Pad Siu Gai, einfach und gut

Gai/Moo Pad King - geschnetzeltes Schweinefleisch oder Huhn an Ingwer

Muu/Gai Tod Khatiam - geschnetzeltes Schweinefleisch oder Huhn an Knoblauch, sehr lecker

Yam Wun Sen - Salat mit Glasnudeln, Frühlingszwiebeln, Koriander und verschiedenen anderen Gewürzen, wird lauwarm serviert, meist ziemlich scharf, sehr erfrischend - auch hier Fleisch nach Wahl zufügen, oft wird es als Seafood (d.h. Crevetten und Tintenfisch) bestellt

Som Tam - Papayasalat, gibt's in unzähligen Varianten in unzähligen Schärfe-Stufen. Für europäische Münder eignet sich die Variante ohne Flusskrebse, dafür mit getrockneten Crevetten oder einfach nur mit Früchten am besten, einfach mai ped, nicht so scharf, bestellen. Je garküchiger desto schärfer, je schicker der Spunten desto banaler gekocht, aber schöner präsentiert.

Tod Man Pla - Fischküchlein, im Teig gebratene Fischküchlein, werden mit einer süss-sauren Sauce serviert, sehr nahrhaft und sehr lecker

Tempura - Crevetten im leichten Teigmantel. Kommt aus Japan, hat sich auch in Thailand eingebürgert, sehr lecker, schöner Starter 

Buu pad gäeng gariang - Krebsfleisch an mildem, gelbem Curry, super fein

Fisch: es empfiehlt sich den Pla Kapong, den roten Snapper zu bestellen, der hat wenig Gräten.

Pla Kapong Nüng Manao - gedämpfter Snapper an schön scharfer Zitronensauce - an Nüng 

Pla Kapong Prik Gäeng - gebratener Snapper, an roter Curry Sauce, mein Lieblingsgericht

Pla Kapong Sam Rot - gebratener Snapper an Tamarindsauce 

Schuschi Pla Kapong/Gung/Plamük - Snapper, Crevetten oder Tintenfisch an roter Currysauce. Feurig und lecker

Gäeng Kiau Wan - Grünes Curry süss-sauer, Fleisch nach Belieben, einfach das entsprechende Wort anhängen

Gäeng Panäng - Rotes Curry, durch Kokosmilch feine milde Konsistenz, auch hier Fleisch oder Fisch nach Belieben 

Gäeng Masaman - Masaman steht für Muselmann, also Muslim und wird am häufigsten im Süden Thailands gegessen. Ursprünglich indisches Curry aus einer Currypaste mit vielen Gewürzen und thailändischen Kartoffeln, Fleisch nach Belieben.

Tom Yam Gung/Gai - kennen irgendwie alle, Kokosmilchsuppe mit Pilzen, Zitronengras und Chili. Fleisch oder Seafaood nach belieben, am bekanntesten mit Crevetten oder Huhn

Wer nicht ein Tellergericht nimmt - da ist der Reis schon mit dabei - bestellt einfach noch Khao, weissen Reis, oder Khao Pad Pak, gebratenen Reis als Beilage dazu.

Wenn man etwas nicht drin will, heisst's: 

mai sai - zum Beispiel mai sai naam taan, ka/krap - keinen Zucker, bitte.

Beim Anstossen: Chok Dee - gute Gesundheit - aber "än Guete" bzw. "guten Appetit" wünscht man sich in Thailand nicht, dafür gibt's kein Wort.

Wenn das Essen schmeckt, sagt man der Bedienung: Aroi maak - schmeckt sehr lecker - wenn's nicht schmeckt, sagt man nichts und kommt nicht wieder.

Ein Dessert ist in Thailand unüblich, ebenfalls Kaffee oder Espresso nach dem Essen. Thais trinken keinen Wein, sondern Schnaps - also Whisky - gemischt mit Soda oder Cola. 

Man kann den Whisky, aber auch Wein selbst mitbringen, zumindest dort, wo auch Thais essen gehen. Das ist üblich und kein Problem, mai mi panha

Also vor dem Essen in den nächsten 7-Eleven und eine Flasche Sauvignon Blanc oder Chardonney kaufen. Weisswein passt sehr gut zu allen Thai Gerichten, Weingläser gibt's wohl im Restaurant dann nicht, aber den Kühlkübel mit Eis ohne Umstände.

Ausser in Restaurants für westliche Touristen wird der Tisch nicht abgeräumt - das ist kein Mangel, das ist einfach so - mai pen rai, egal.

Und am Ende dann:

wenn man nur eins trinken war oder in einer Garküche auf Plastikstühlen essen war:
Kep tang, ka/krap - zahlen bitte

nach dem Essen im Restaurant:
Tschek bin, ka/krap - die Rechnung bitte

5 Prozent Trinkgeld genügen, nicht mit Hunderternoten rumschmeissen.

Guten Appetit!

Die Auflistung erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt noch unzählige Gerichte und Speisen mehr. Ich habe die aufgeführt, die Freunden auf Besuch im Land des Lächelns gut schmecken. Was richtig ist kann auch falsch sein, das ist Thailand: same same but different. Also einfach ausprobieren.

Donnerstag, 21. August 2014

Flip Flops - mehr brauchen Füsse nicht in Thailand

1 Kommentar :

Was habe ich mich in meinem früheren Leben jeden Tag genervt, wenn ich morgens früh, neben all den Kleidern, wieder Socken und Schuhe anziehen musste. Und wie genoss ich es zuhause, auch im Winter, nur barfuss zu sein und an den wenigen wirklichen Sommertagen draussen nur in Flip Flops zu schlüpfen.
Flip Flops, mehr Schuh braucht's in Thailand nicht.
Mehr Schuh braucht's nicht, auch wenn der Wat zur Eröffnungsfeier noch im Bau ist. Und drinnen selbstverständlich barfuss.
Ich erinnere mich gut an die Verkäuferin der Pronto Tankstelle in Weinfelden, wie sich mich an einem Schnee verhangenen Sonntagmorgen bei -2 Grad verdutzt ansah, als ich in kurzen Hosen und Flip Flops die Sonntagszeitung kaufte. Von der Wohnung in die Tiefgarage, ins Auto und zur Tankstelle, da mochte ich nicht auf dieses Freiheitsgefühl verzichten.

Apropos Autofahren. Selbstverständlich nie mit Flip Flops, die ziehe ich vor dem Gas Geben aus und fahre barfuss. Auch hier in Thailand. Es soll ja Leute geben, die barfuss Fahren für gefährlich halten. Ich hatte noch nie dieses Gefühl. Und scheint mir doch sicherer, als in klobigen Wintertretern oder mit High Heels.

Aus Erfahrung werden Flip Flops

Aber alles braucht seine Zeit. Als ich vor bald 20 Jahren zum ersten Mal für einen längeren Urlaub nach Thailand reiste, waren nicht nur meine Füsse eher expeditionsmässig ausgerüstet. Schliesslich ging es mit gemietetem Allrad Pick Up auf eine Reise in den Dschungel des Goldenen Dreiecks. Meine damalige Partnerin schaut nur tief an mir runter und meinte: "Das wird aber mühsam."

Manchmal schwierig, seine Flip Flops wieder zu finden.
Manchmal wird's schwierig, seine Flip Flops wieder zu finden.
War es. In jedem Wat, auf dem Land auch oft in besseren Geschäften, mussten die Schuhe weg. Aufschnürren, rausziehen, feiner Duft der nassen Socken, wieder rein, zuschnürren. In Mae Hong Song hatte ich die Nase nicht nur vom Gestank voll. Und kaufte mir ein Paar Flip Flops.

Bald hatte ich mich ans Gehen mit einem String zwischen den Zehen gewöhnt. Und mochte nicht mehr tauschen. 

Jetzt nahm ich es auch wahr. Ausserhalb grosser Städte sieht man nur Leute mit Flip Flops. Nur Polizisten und bessere Angestellte waren in geschlossenen Schuhen unterwegs, die Schulkinder in ihren Uniformen. 

Fürs bespritzt und beschmiert werden genügen auch zu Songkran Flip Flops
An Songkran geht die Action besser barfuss. Fürs bespritzt und beschmiert werden genügen Flip Flops.

Am Freitag im Hawaii Hemd

Apropos Uniform, Gemeinde- und Verwaltungsangestellte in Thailand, ist schon besonders, müssen jeden Tag andere Kleidung tragen. Am Montag muss das Oberteil gelb sein, da der König an einem Montag geboren wurde, und die Farbe des Montags gelb ist. Deshalb ist übrigens auch die Flagge des Königs gelb. An einem anderen Tag ist generalstabsmässige Uniform dran und am Freitag feiern alle im Hawaii Hemd den letzten Arbeitstag der Woche.

Meine Frau hatte einen Frisörsalon im Hauptquartier der Armee in Bangkok. Also musste auch sie sich der Uniformpflicht entsprechend kleiden. Den generalstabsmässigen Auftritt mal ausgelassen. Noch heute hängen in ihrem alten Kleiderkasten auffallend viele gelbe und bunte Blusen.

Aber zurück zu den Flip Flops. Irgendwie scheint es auch für Handwerker und Bauern Flip Flop Pflicht zu geben. Nur wenn's mal richtig schwierig wird, beispielsweise auf einem Gerüst hantiert werden muss, kommen sie weg. Dann wird barfuss gearbeitet.
Schreiner bei der Arbeit in Flip Flops
Schreiner bei der Arbeit. Auch in Flip Flops zu bewältigen.
Geht auch gut in Socken, wie Frauen zeigen, welchen ihren weissen Teint bis über die Füsse halten wollen. Ohne Socken stören höchstens die GT-Streifen, die sich mit der Zeit unter den Striemen bilden.

Und richtige Schuhe trage ich nur noch, wenn's auf Behördengänge geht oder wir in Bangkok unterwegs sind.

Samstag, 5. Januar 2013

Wer hat's erfunden?

Keine Kommentare :
Convinience Food wurde sicher in Asien erfunden - Thais kaufen lieber frisch gekocht ein, als selber in der Küche zu stehen.

Das glaubt jeder gern, der schon mal bei der aufwändigen Zubereitung der Gerichte zusah. Alleine eine kleine Beilagensauce braucht neben Chilis viele Kräuter, welche alle kleingehackt und im Mörser gestampft werden müssen.
Thai Salat auf auf die unnachahmliche Art im Plastikbeutel verpackt, scharfe Sauce gibt's im Extrabeutel.

Immerhin, die Regierung macht sich Gedanken, die Verteilung von Plastikbeuteln zu verbieten - wie ich die Thais kenne, werden sie auch dann eine pragmatische neue Lösung finden, alles kann man ja nicht in Bananenblättern verpacken.