Aus meinem Leben als Schweizer in Thailand.

Freitag, 6. Februar 2015

Online Shopping in Thailand - und es kommt doch

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In Thailand im Internet einkaufen, geht das, macht das wer? Online Shopping besteht aus zwei Komponenten. Einerseits dem Shop im Internet, andrerseits, meist viel anspruchsvoller, der Logistik. Wenn's nichts Virtuelles wie Tickets sind, muss alles irgendwo gelagert, gepickt und versandt werden.


China Town Bangkok
Chinatown Bangkok: Vespa bereit zur Auslieferung. 
Ich will nicht in Reminiszenz verfallen, aber nach 10 Jahren als Leiter eines Online Supermarktes mit 10'000 Produkten - coop@home in der Schweiz - weiss ich, was das für schlaflose Nächte bedeuten kann.

Aber genau das, was in der Schweiz vor Internet aus Kostengründen sich schon lange niemand mehr antun wollte, war in Thailand nie ein Problem. Das fixfertig gekochte Essen aus dem kleinen Restaurant heim liefern lassen? Kein Problem, ein Anruf genügt und das Pad Grapao Gung wird mit dem Moped an die Haustür gebracht. Ohne Liefergebühren, dafür mit Besteck und einem freundlichen Lächeln.

In letzter Zeit sind auch in Thailand die grossen Player angetreten. Tesco, Big C, HomePro, Power Buy, und wie sie alle heissen. Sie alle liefern, zumindest in den grossen Städten, an die Haustüre. 

Ein Versuch mit Zalora

Wir haben's mit Zalora versucht. Zalora verkauft, ausschliesslich online, Mode in ganz Südostasien. Es ist ein Unternehmen von Rocket Internet, welches auch an Zalando in Europa beteiligt ist und zusammen mit anderen Investoren schon mehrere 100 Mio. Dollar in Zalora und seine Schwester Firma Lazada, einem Internet Warenhaus, investiert hat.


Die Rocket Internet AG mit Sitz in Berlin ist ein deutsches Internetunternehmen mit Beteiligungen an unterschiedlichen Internet-Startups. Es wurde im Jahr 2007 von den Brüdern Marc, Oliver und Alexander Samwer gegründet und war einst auch mit dem European Founders Fund, der Beteiligungsgesellschaft der Samwers, verbunden.

Properer Shop, auch als Tablet und Smartphone App, grosse Auswahl, Verfügbarkeit wird angezeigt - meine Frau war hell begeistert und hat sich gleich daran gemacht, aus den 1'247 Kleidern das auszuwählen, welches sie sich zu Weihnachten selbst schenken wollte.


Markt Thailand
Auf einem Markt in Thailand: jederzeit bereit zu liefern.
Als die Wahl schliesslich auf 4 Kleider getroffen war, Lieferadresse eingegeben, mit Kreditkarte bezahlt und Bestätigung erhalten. Lieferzeit 1-3 Tage. Das war am 23. Dezember um 12 Uhr. Keine 2 Stunden später erhielt ich ein E-Mail, das die Bestellung bereits gepickt ist und am nächsten Tag bei uns in Ban Krut, 400 Kilometer vom Lager in Bangkok, eintreffen wird. Tatsächlich, keine 24 Stunden später rief der Kurier an und fragte, wo genau wir wohnen, 5 Minuten später hatte meine Frau die Bescherung. Und ich weniger Geld im Portemonnaie. Denn die Anprobe hatte gezeigt, dass gleich alle 4 Kleider passten, und es war Weihnachten.

Vernünftige Preise, Gratislieferung ab 490 Baht, Bezahlung auch bei Übergabe der Ware oder in jedem 7-Eleven des Landes. Gratis Rückgabe von allem was nicht passt. Wenn die Rücklaufquote ähnlich hoch wie bei Zalando in Europa ist, wird's mit Geld verdienen schwierig. Aber als Kunde, toll!

Geht's auch bei Apple?

Nächster Versuch, diesmal nicht wir, sondern ein Freund. Seine Frau, obwohl Internet tauglich und mit iPad ausgerüstet, telefoniert noch immer mit einem Klapp Telefon. Ja, das war doch vor Dekaden auch mal in. Nach langem Überlegen war der der Plan schnell gemacht. Ein iPhone 6 musste her, noch dauert's zu lange bis zur Rückkehr nach Europa. Ban Krut liegt weit weg von städtischen Einrichtungen, ein richtig grosses Warenhaus gibt's nur einmal die Woche, und dann in der Freiluft Version. Samstags, wenn Markt ist.  

Also los, Apple Shop im Internet auf auf, die Thai Version auf Englisch gewählt, iPhone in den Warenkorb und persönliche Daten eingeben. Aber da, die Kreditkartennummer kann ohne weiteres eingegeben werden, aber eine Rechnungsadresse ausserhalb Thailands ist nicht möglich. Also gut, als Adresse des Feriendomizils angegeben, Bestellung abgeschickt und tatsächlich, die Bestätigung kam, Lieferung in 2 Tagen.


Da sind wohl keine iPhones drin: Warenversorgung für Klein- und Grosshändler.
Am nächsten Morgen wieder eine Mail von Apple. Da stand: Leider kann die Bestellung nicht geliefert werden, da die Adresse des Kreditkarteninhabers nicht mit derjenigen der Bestellung übereinstimmt. Ärger. Und jetzt?

Dann halt doch. In die Karre rein und 160 Kilometer nach Hua Hin in den nächsten von Apple lizenzierten Laden. Weil, wenn man, oder Frau, dann mal was will, dann muss es schnell gehen. In den Store, iPhone gekauft, SIM Karte von gross auf nano kleingetrümmert, Hülle dazu und alles war perfekt. Mittagessen und zurück ins Glück.

Perfekt? Mehr als das. Apple liess sich nicht klein kriegen und sandte am Tag darauf ein neues Mail: Die Probleme mit der Kreditkarte sind gelöst und das Gerät kommt in den nächsten 4 Tagen. Sicher? Man weiss es nicht. Aber doch, nochmals einen Tag später kommt ein Mail mit Lieferbestätigung für den nächsten Tag. 

Noch immer Zweifel? Der Kurier ruft an, das iPhone ist da.

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