Aus meinem Leben als Schweizer in Thailand.

Montag, 23. Dezember 2013

Nach Thailand reisen - der ThaiTuri hebt ab

1 Kommentar :
Dieses Jahr war nichts mit ein paar Tagen Thailand unterm Jahr. Jedes Jahr nehme ich mir vor, irgendwann im Sommer ein paar Tage abzudüsen und jedes Jahr geht das dann irgendwie unter. 
Ab nach Südostasien. A380 der Singapore Airlines kurz nach dem Start in Zürich über dem Appenzellerland.
Muss wohl noch etwas an meiner Work-Life-Balance arbeiten, nein, mich nicht von der Arbeit erdrücken lassen. Aber bald ist’s endlich soweit. Mit jedem kürzeren Tag naht auch die Rückkehr in mein Luftwurzelland Thailand.

Flug nach Thailand buchen

Die Tickets sind gebucht und bezahlt. Den richtigen Zeitpunkt für die Buchung gibt es nicht, aber den Optimalen. Ich setze mir ein Budget, schau mir die Flugpreise vor und nach den Schul-Sommerferien an und schlage zu, wenn der Preis dem Budget entspricht und die Fluggesellschaft dahinter nicht zu abenteuerlich scheint. Mal buche ich schon im August, ein anderes Mal sozusagen beim Kofferpacken.

Die aus meiner Sicht beste Übersicht über die aktuellen Preise gibt es bei Ebookers. Den Flug selbst aber meist besser direkt online bei der Fluggesellschaft buchen. Dann fallen die Gebühren des Anbieters weg und der Sitzplatz wie auch spezielle Wünsche können gleich einfach mit gebucht werden. 

Einreise nach Thailand

Diesmal entfällt die Antragstellung für ein Visum. Ich erfülle mit 30 auf den Tag genau die Aufenthaltsdauer für die Einreise ohne Visum, mein Pass ist noch mehr als 6 Monate gültig. Die Arrival/Departure Card wird im Flugzeug verteilt, erhält man aber auch am Schalter vor der Passkontrolle. Das Formular im Flieger ausfüllen mindert meinen Ungeduld- und Nervenspiegel. Und wär dann auch schön doof, nach einer Stunde ohne vor dem Zollbeamten zu stehen.

Dafür nimmt man die lange Reise auf sich: Sonnenaufgang am Strand von Ban Krut.  

Reisevorbereitung = Einkaufsliste

Die Reisevorbereitung beginnt bei mir ein, zwei Tage vor der Reise zurück in die Schweiz. Eine Liste muss erstellt werden.  Mit allem was unser Zweithaushalt in Thailand braucht. Mal ist es eine Wasserschlauchkupplung oder Aromat, mal ein Daunenkissen. Kriegt man wohl auch in Thailand, aber die sind so klein und fühlen sich irgendwie anders an. 

Ich gebe es zu, ich behaupte anpassungsfähig zu sein und auf vieles verzichten zu können ohne es wirklich zu vermissen – andererseits bin ich auch nicht mehr 20 und muss gleich in die Rekrutenschule einrücken. 

Meine innig geliebten Nespresso Kaffeekapseln und original schweizerischen Kaffeerahm. Die Maschine habe ich schon vor Jahren mit Mühe und Not durch den Zoll am Suvarnabhumi Airport gebracht. Klar gibt es in Thailand auch Kaffee und Milch.
Im Coffee Next Door in Ban Krut gibt's richtigen Bohnenkaffee, aber keinen Schweizer Kaffeerahm.
Nur, ich mag keine Milch, weder von Kühen noch von Schafen oder Ziegen in meinem Kaffee. In grossen Supermärkten gibt’s Kaffeesahne, aus Deutschland oder auch aus Dänemark oder Holland. Die ist sicher gut, nur eben nicht „mein“ Kaffeerahm. Und schon gar nicht mag ich Instantcafé oder noch schlimmer die 3 in 1 Tütengemische, die in Thai Haushalten Standard sind.

Was für uns Brot ist für die Thais Reis. Ich habe Reis gern, esse in oft. Nur, für mich bleibt Reis definitiv Reis und ist nur sättigungstechnisch Brotersatz, aber sonst dasselbe wie Nudeln oder Kartoffeln – Beilage zum Fleisch.

Kaum zu glauben, da wäre Reis die Hauptspeise: Pla Kapong Tod Katiam - der ThaiTuri mag keinen Fisch.
Nicht überall, aber da und dort wird Brot angeboten, aber leider nur selten so wie ich es mag. Ein dreifaches Hoch auf Frischbackbrote.  Allerdings braucht man dazu einen Backofen und das ist eines der Küchengeräte, welche die Thailändische Küche nicht wirklich braucht und somit dort nicht anzutreffen ist.
Täglich 3 Brote im Angebot: Sweet home Bakery in Bang Saphan.
Also, Kleinbackofen mitnehmen. War schon mühsam, das Teil in den Flieger und wieder raus zu hieven, aber als Fotoausrüstung getarnt und Langzeitlösung war’s mir wert. Erstaunt stellte ich aber fest: in den grossen Märkten von Big C, Tesco und auch bei Homepro gibt’s Backöfen in allen Grössen, und auch noch günstiger als bei uns. 

Zuletzt noch das Motorrad in die Vorratskammer und sommerfest einstellen. Damit beim nächsten Urlaub nur die Batterie rein muss und ich sofort mobil bin. Ich habe mir vor einigen Jahren den Luxus einer Honda PCX geleistet, etwas grösser und vor allem bequemer als die üblichen Roller. Mein Hintern hat sich schon einige Male bedankt. 

ThaiTuri Peter in thailändischer Vollmontur auf seinem Luxusroller.

Reisevorbereitung = Info, Info, Info

Zurück aus Thailand geht die Reisevorbereitung weiter. Meine Luftwurzeln sorgen dafür, dass ich am Ball bleibe. Eine davon versorgt mich mit digitalen News. Google Alerts informieren mich täglich über alles, was in deutsch- und englischsprachigen Zeitungen über Thailand geschrieben wird. Dazu kommen Besuche bei der Bangkok Post und der Nation, sowie Aufrufe von Foren und Blogs zum Thema.

Dank Thai TV Global kann ich täglich Nachrichten schauen - im wörtlichen Sinn. 
Die oft, sehr oft ausgestrahlten Thai Soap Operas, Lakorn genannt, deren Handlung irgendwie immer die gleiche ist und einzig aufgrund der wechselnden Schauspieler erkennbar ist, das eine neue Serie begonnen hat, haben aber auch ihr Gutes. Sie zeigen die momentane Mode und von welchen Accessoires und Gadgets wohl viel Thais träumen. Und meine Frau liebt sie.

Ein anderer Arm meiner Luftwurzeln ist der persönliche Kontakt zu thailändischen Freunden und Bekannten. So erfahre ich das neueste aus der Gerüchteküche und viel Tratsch und Klatsch. Dem wird, wie ich finde, gerne zu wenig Beachtung geschenkt. Aber gerade da erfahre ich viel über die Grundstimmung meiner Nachbarschaft, der Region und des Landes.

Gerüchteküche Markt: der Treffpunkt an sich in Thailand.
In Thailand, meine Erfahrung zeigt es und ich behaupte das deshalb, werden News und Meinungen oft durch das Hören und Sagen weitergegeben und gebildet: Der Arbeitskollege unseres Nachbars, sein Freund, der einen Verwandten in Bangkok hat und in der Nähe des Kongresshauses eine Suppenküche betreibt, hat gehört, dass… 

Die neusten Ereignisse zeigen, dass diese Art der Kommunikation offensichtlich gut funktioniert. Ob sie dann auch geeignet ist, eine eigene Meinung zu bilden, ist eine andere Baustelle.

Was politische Stabilität mit der Temperatur zu tun hat

In einem Land, in dem politische Stabilität etwa so lange dauert wie es in einem Jahr Tage unter 25 Grad Celsius gibt, ist es eben der Tratsch, der weit voraus auf Ereignisse hindeutet. 
Klimadiagramm von Bangkok: unter 25 Grad wird's selten.
Während offiziell stabile Lage kommuniziert wird, erfahre ich über den Gerüchte Kanal, das was im Anmarsch ist. Und immer wieder erstaunt mich wie oft die Headline der Bangkok Post voraus eilende Gerüchte bestätigt.

Dann hab ich noch eine Luftwürzelchen, dass mir objektiv seine Erlebnisse als Farang in Thailand berichtet und mich auf die scheinbar unscheinbaren, aber interessanten Zeitungsartikel hinweist.

Meine Vorbereitungsaktivitäten geben mir ein Bild, was in Thailand los ist, was in ist und wie die Stimmung ist. Thailand wäre nicht Thailand wenn der gewonnene Spiegel dann auch korrekt spiegelt. Deshalb bleibt nur eines: die gewonnene, vorgefertigte Meinung, weit, weit in hinteren Bereich des Hirns ablegen und nur zum Abgleich mit der Realität hervor holen. 

Damit ich Thailand immer wieder so erleben kann wie Thailand eben ist und nicht wie ich meine, das Thailand sein müsse. Und damit ist auch sichergestellt, dass ich nach meinen Ferien was zu erzählen habe.



1 Kommentar :

  1. Thailand ist eines der günstigsten Resorts, aber das ist nicht überraschend. Ich denke, es lohnt sich mindestens einmal an einem Ort zu besuchen, wo es keine Palmen und die Sonne ist. Wir haben gerade mit Freunden die zukünftige Reise besprochen. Nach langen Meditationen haben wir uns noch entschieden, dass es besser wäre, sich zu wenden https://poseidonexpeditions.com/de/. Da die Kreuzfahrt ist wirklich ungewöhnlich, und um ehrlich zu sein, bin ich ein wenig besorgt und voller Emotionen)

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