Aus meinem Leben als Schweizer in Thailand.

Montag, 14. Januar 2013

Affen können's besser!

Keine Kommentare :
Affe beim Aufstieg gleich vor unserem Haus in Ban Krut.
Wenn die Kokosnüsse zu hoch hängen, müssen Affen her. Kokospalmen können ganz schön hoch wachsen. Für die Höchsten der bis zu 30 Meter hohen Bäume setzen Thailands Bauern trainierte Affen ein. Die Erntehelfer werden in eigentlichen Trainingscentern ausgebildet, die Ausbildung dauert 3-6 Monate. 


Kurze Pause tut beiden gut.
Ein Affe für 1000 Franken
Der geschulte Pigtail-Makake kostete diesen Farmer nach seinen Angaben 30'000 Baht, umgerechnet gegen 1'000 Franken. 

Männer sind für einmal erfolgreicher: Sie können bis zu 1'500 Nüsse pro Tag pflücken, während es Weibchen "nur" auf 600 bringen. 

Die Affen werden durchschnittlich 26 Jahre alt und sind das, was für Schweizer Bauern Pferde sind - das wertvollste Tier. Ganz cool auch, wie sie als Beifahrer auf einem Töff hocken.

Für eine Nuss erhalten die Pflücker 1.5 Baht. Sie sind übrigens meist nicht die Besitzer einer Plantage und arbeiten in Teams von bis zu 10 Personen. Die einen bringen mit langen Stöcken die Nüsse der nicht so hohen Palmen zum Fallen, andere sammeln die Nüsse ein und verladen sie auf Pick Up's zur Weiterverarbeitung.




Er kommt frisch von der Schule.


Monkey Schools
Als nach dem 2. Weltkrieg die Nachfrage nach Produkten aus der Kokosnuss und damit die Plantagen im grösser wurden, entstand die Idee, die hier einheimischen Pigtail-Makaken als Pflücker einzusetzen.

Da auch in Thailand das Halten wilder Tiere verboten ist, entstanden bald besondere, staatlich bewilligte Center.

Das bekannteste Trainingscenter, The First Monkey School, liegt unweit von Surat Thani im Dorf Thungkong und ist einen Besuch wert. Einen lesenswerten Bericht darüber gibt's hier.


Arbeit getan, beim Abstieg.
Für Kokosnüsse gibt's immer weniger
Immerhin ist der Ertrag der Pflücker stabil, während die Plantagenbesitzer immer weniger erhalten. So fiel der Preis pro Nuss seit 2010 von 20 auf 6 Baht, umgerechnet von 60 auf 18 Rappen.

Ban Krut liegt inmitten des thailändischen Hauptanbaugebietes entlang des Golfes von Thailand - Kokospalmen gedeihen gut auf sandigem Boden und vertragen Meerwasser problemlos.

Eine Bekannte, welche mit ihrer Plantage ihren über 70jährigen Eltern sozusagen die Rente bezahlte, musste sich inzwischen nach zusätzlichen Einkunftsquellen umsehen. 

Der Preis fiel nicht nur, weil sich der Weltmarktpreis so entwickelt hätte, sondern weil Thailand als Weltnummer 6 bei der Produktion von Kokosnüssen, im Rahmen des ASEAN mit der Nummer 1, Indonesien, einen Abnahmevertrag (!) abgeschlossen hat.

So werden die Kokospalmen immer mehr von Ölpalmen und vor allem Kautschukbäumen abgelöst, obwohl die klimatischen Bedingungen dafür je weiter nördlich von der Grenze zu Malaysia angebaut, immer schlechter werden.

Erfahrener Pflücker auf der Palme
So viel Spass macht's dann auch nicht immer.
 Pic by Markus Stricker.

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen